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Müzeyyen liebt Weihnachten

Sonntag, August 29th, 2010
Dreessen: eine christlich-muslimische Familie

Dreessen: Eine christlich-muslimische Familie - ein Foto des Ehepaares

Das evangelische Magazin „chrismon“ berichtet in seiner August-Ausgabe über eine christlich-muslimische Ehe.  Ein spannender Artikel, der allen unseren Lesern sehr empfohlen sei.

Ein Familienleben mit Bibel und Koran, mit Heiligen und dem Propheten Mohamed – seit mehr als 25 Jahren.

Spannend: Die größten Konflikte gab es nicht um die Religion, sondern in der Erziehung. Und hier die nächste Überraschung:  Während der Christ mit Strenge erzog, diskutierte die Muslimin lieber.

Im Jahr 1984, als die Dreessens heirateten, entschieden sich in der Bundesrepublik nur 319 Türkinnen für einen deutschen Ehemann, 1312 Türken heirateten eine deutsche Ehefrau. Im Jahr 2007 verheirateten sich 1874 türkische Frauen und 3839 türkische Männer mit deutschen Partnern.

An einer Stelle jedoch zeigt die christliche Redaktion leider einen Funken Rassismus. Da schreiben sie:  „Noch immer gehen türkische Einwanderer deutlich seltener die Ehe mit Deutschen ein als Einwanderer aus anderen Ländern.“ Auf den Gedanken,  das auch es vielleicht anders herum sein könnte, dass es vielleicht auch an den Deutschen liegen könnte, darauf ist die Autorin Hedwig Gafka nicht gekommen.

Ansonsten: Unbedingte Leseempfehlung für  Müzeyyen liebt Weihnachten !

Konservativer Verfassungsrichter: Gutes Urteil zu Gebetsraum

Samstag, März 27th, 2010

Bundesverfassungsrichter Udo Di Fabio hat ein Berliner Urteil zu islamischen Gebetsräumen an Schulen positiv beurteiltt. Die Entscheidung des Verwaltungsgerichts „trifft den Grundton der Verfassung“, so der  Verfassungsrechtler.  Er stellt sich damit gegen die Haltung des Berliner Bildungssenator Zöllner (SPD),  der Berufung gegen das Urteil eingelegt hat.

Bei der Auftaktveranstaltung zum diesjährigen Juristentag im Berliner Rathaus  sagte der Richter und Staatsrechtler Udo Di Fabio, das Grundgesetz sei religionsfreundlich und spreche sich für Liberalität und Toleranz in Glaubensfragen aus. Der Staat stehe den Religionen mit einer „wohlwollenden Neutralität“ gegenüber. Nichtchristlicher Glaube dürfe nicht benachteiligt werden, auch wenn dies für manchen eine Versuchung darstelle, sagte der im Karlsruher Gericht als Vertreter einer konservativen Linie bekannte Di Fabio.

Im seinem Urteil hatte das Verwaltungsgericht 2009 einem muslimischen Schüler an einem Weddinger Gymnasium das Recht eingeräumt, in der Pause auf dem Schulgelände zu beten. Zuvor hatte es dies bereits in einer Eilentscheidung im März 2008 angeordnet. Sollte die Religionsfreiheit nicht- oder andersgläubiger Schüler dadurch beeinträchtigt werden, habe die Schule „organisatorische Vorkehrungen“ zu treffen, die dies verhinderten. In der Öffentlichkeit wurde daraus gefolgert, muslimischen Schülern stehe künftig ein eigener Gebetsraum an öffentlichen Schulen zu. Auch Di Fabio sprach von einem „Anspruch auf einen Gebetsraum“.

Die Berliner SPD scheint sich dagegen zur Speerspitze der Intoleranz machen zu wollen. Erst Sarazin, nun Zöllner.

Quelle und mehr: Berliner Tagesspiegel