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Warum Deutschland mehr Zuwanderer braucht

Dienstag, August 3rd, 2010

Wirtschaftsminister Brüderle (FDP) fordert mehr Zuwanderung, um die Wirtschaft zu stützen: „Der deutsche Arbeitsmarkt braucht Leute aus dem Ausland. Das Thema, wie Deutschland für ausländische Facharbeiter endlich attraktiv wird, steht ganz oben auf meiner Agenda“, sagte Wirtschaftsminister Rainer Brüderle dem „Handelsblatt“.

„Der Fachkräftemangel wird in den nächsten Jahren zum Schlüsselproblem für den deutschen Arbeitsmarkt und nicht die Arbeitslosigkeit“, sagte Brüderle weiter. Je länger der Aufschwung anhalte, desto größer werde das Problem.

Das Institut der Deutschen Wirtschaft Köln (IW) hat ausgerechnet, dass bereits in vier Jahren rund 220.000 Ingenieure, Techniker und Naturwissenschaftler fehlen werden. Der Ingenieursverband VDI beklagt bereits heute eine Lücke von 36.000 Fachkräften.

Seit 2008 ist Deutschland sogar ein Auswanderungsland. Das heißt: Es gehen mehr Menschen aus Deutschland weg, als Menschen herkommen. Neben qualifizierten Ausländern verlassen auch gut ausgebildete Deutsche das Land. Gleichzeitig sind in den vergangenen Jahren jeweils weniger als 700 Hochqualifizierte hierher gekommen – eine verschwindend geringe Anzahl.

Die Unternehmen in Deutschland haben das Problem schon längst erkannt.  Sie haben die Erfahrung gemacht, dass nur eine kleine Gruppe der der derzeit gut drei Millionen Arbeitslosen in Deutschland ihren akuten Bedarf abdecken können. In den meisten Fällen fehlt schlicht die Qualifizierung der Erwerblosen.

Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) hatte sich kürzlich ebenfalls für die verstärkte Anwerbung ausländischer Fachkräfte ausgesprochen.

Ob jedoch Ausländer in ein Land wollen, in dem sie fürchten müssen, wegen ihrer Namen und Hautfarbe diskriminiert und von NPD Schlägern zusammengeschlagen zu werden, das ist mehr als fraglich.

Welche Fachkräfte gesucht werden
Beruf Offene Stellen pro Arbeitslosem*
Ärzte 5,9
Leitende Verwaltungsfachleute 4,6
Krankenpfleger, Hebammen 3,6
Maschinen- und Fahrzeugbauingenieure 2,7
Wirtschaftsprüfer, Steuerberater 2,7
Elektroingenieure 2,6
Landmaschineninstandsetzer 2,3
Rohrinstallateure 2,1
Elektroinstallateure, -monteur 1,8
Löter 1,8
* Berufe mit mehr als 500 bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldeten offenen Stellen. Offene Stellen insgesamt entsprechen den bei der BA gemeldeten offenen Stellen gewichtet mit der BA-Meldequote offener Stellen (Akadedemikerberufe: 20 Prozent; Ausbildungsberufe: 40 Prozent)

Quelle: IW Köln

Quellen:

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,709704,00.html

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,709228,00.html

Unsere Deutsche Multi-Kulti-Nationalmannschaft

Sonntag, August 1st, 2010

Gastbeitrag von Benno:

Multi-Kulti hatte keinen guten Ruf in Deutschland. Es gibt Webseiten die sich auf Multi-Kult-Bashing spezialisiert haben. Multi-Kulti klingt immer noch nach strickenden Grünen, die sich mit Pizzeria Besitzern und Döner-Buden-Betreibern Straßenfeste organisieren, auf denen türkische Bauchtänzerinnen und Yoga-Gurus auftreten.

Und während Mutige auf die Vorteile von Einwanderung für jede Gesellschaft und jeden Staat hinweisen,  polemisieren und pöbeln konservative Politiker von CDU und SPD gegen Immigrantenkinder und ihre Eltern. Auch die Bilder die sensations-gierige Presse malt, sind wenig attraktiv.

Jedenfalls bis Jogi Löw kam. Der steckte diese offensichtlich hoffnungslos integrationsunwilligen Immigrantenkinder zusammen mit ein paar halbwegs arischen Kindern und formte daraus eine halbwegs erfolgreiche Fußballmannschaft.

Siehe und staune: Multi-Kulti ist erforgreich!!!!!

Benno hat mal (für alle, die zwar für Deutrschland jubeln, aber sonst gegen Einwanderer hetzen) zusammengestellt, auf welche Spieler wir verzichten müßten, wenn wir nicht auf Multi-Kulti setzen.  Eindrucksvoll:

Dennis Aogo SC Freiburg Geboren in Karlsruhe Aogo hat eine deutsche Mutter und einen nigerianischen Vater.
Jerome Boateng Hamburger SV Geboren in Berlin Boateng hat eine deutsche Mutter und einen ghanaischen Vater aus dem Stamm der Aduana, Prince Boateng
Cacao VfB Stuttgart Geboren in Santo André (Brasilien) als Claudemir Jeronimo Barreto Cacau kam 1999 mit der Samba-Tanzgruppe durch Deutschland, bevor er einen Vertrag bei Türk Gücü München erhielt.
Mario Gomez FC Bayern München Geboren in in Riedlingen und in Unlingen aufgewachsenen. Als Sohn eines aus der Provinz Granada stammenden Spaniers und dessen deutscher Frau besitzt er neben der deutschen auch die spanische Staatsangehörigkeit.
Sami Khedira VfB Stuttgart Geboren in Stuttgart Sami Khedira hat einen tunesischem Vater und eine deutsche Mutter.
Miroslav Klose FC Bayern München Geboren als Miroslaw Marian Kloze in Opole, Polen Seine Kindheit verbrachte Klose zunächst in Polen und kam, nach einem Aufenthalt der Familie in Frankreich, im Alter von acht Jahren mit seiner Familie als Aussiedler nach Deutschland in die Pfalz.
Marko Marin SV Werder Bremen Geboren in n Bosanska Gradiška, Jugoslawien, heute Bosnien und Herzegowina Als Marko Marin zwei Jahre alt war, wanderten seine Eltern nach Deutschland aus. Er wuchs in Frankfurt-Unterliederbach auf.
Mesut Özil Werder Bremen Geboren in Gelsenkirchen Seine Familie stammt aus der Türkei, lebt in der dritten Generation in Deutschland. Lieblings-Urlaubsland: Türkei. Lieblingsgericht: Melemen (türkische Rühreier).

Özil ist Muslim und betet vor jedem Spiel.

Lukas Podolski 1. FC Köln Geboren als Lukasz Podolski in Gliwice Als Aussiedler emigrierten seine Eltern 1987 nach Deutschland.
Serdar Tasci VfB Stuttgart Geboren in Esslingen Tasci, der aufgrund seiner türkischen Abstammung sowohl für die deutsche als auch für die türkische Fußballnationalmannschaft spielberechtigt gewesen wäre, entschied sich im Oktober 2006 trotz heftigen Werbens des türkischen Fußballverbandes für eine Laufbahn in der deutschen Nationalelf.
Piotr Trochowski Hamburger SV Geboren in Tczew, Polen Als Piotr Trochowski fünf Jahre alt war, kamen seine Eltern aus Polen nach Hamburg.

Und dann rettete uns  ausgerechnet ein Türke Deutschland ins Achtelfinale. Der Alptraum für die NPD.

Siehe auch: WM ohne Nationalismus?

Gutes Interview mit Klaus Theweleit zu Fußball und Migration

Update (8.7.2010): Jetzt hats auch der Spiegel gemerkt: Migranten im DFB-Dress „Aus dem Traum muss Alltag werden“

Niedersachsen: Muslimische Ministerin türkischer Herkunft

Mittwoch, April 28th, 2010

Die Juristin Aygül Özkan, bislang Bürgerschaftsabgeordnete in Hamburg, wurde am Dienstag in Hannover als neue Sozialministerin des Landes Niedersachsen vereidigt, als erste türkischstämmige Ministerin in Deutschland überhaupt.

Ein Coup der CDU von Ministerpräsident Christian Wulff , besonders gegenüber der SPD, die zwar von Einwandern gewählt wird, aber so wenige der ihren in Spitzenpositionen vorweisen kann wie keine andere Partei.

Aygül Özkans Eltern, Aydin und Nuran Özer, stammten aus Ankara in der Türkei und waren in den 1960er Jahren nach Hamburg zugewandert. Aydin Özer arbeitete zunächst fünf Jahre bei der Deutschen Bundespost, bevor er sich mit einer Schneiderei selbstständig machte.

Aygül Özkan besuchte das Gymnasium Allee Altona und erlangte dort 1990 ihr Abitur. Mit 18 Jahren, noch während ihrer Schulzeit, hatte sie sich für die deutsche Staatsangehörigkeit entschieden – eine Entscheidung, die sie sich auch von viel mehr Zuwanderern wünscht: „Ich denke, dass wir viel stärker plädieren und kämpfen müssen, dass die Menschen, die hier leben und sich dafür entschieden haben, hier zu leben und Teilhabe wollen, primär die deutsche Staatsangehörigkeit erlangen sollten.“

Sie nahm ein Studium der Rechtswissenschaft mit dem Schwerpunkt Europa- und Wirtschaftsrecht an der Universität Hamburg auf.

Özkan ist Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft selbstständiger Migranten (ATU) und unter anderem auch Mitglied der Wirtschaftsdeputation und des Integrationsbeirates der Hansestadt, sowie der Deutsch-Türkischen Juristenvereinigung.

Aygül Özkan ist mit einem türkischstämmigen Frauenarzt verheiratet und Mutter eines Sohnes.

Die Personalentscheidung fand ein großes und positives Echo in türkischen Medien. So erklärte der türkische Außenpolitiker Yaşar Yakış, dass die Entscheidung ein gutes Beispiel für die in Deutschland lebenden Türken sei, es bis in höchste Positionen schaffen zu können.

Als neue Ministerin will Özkan vor allem die frühkindliche Bildung von Migrantenkindern stärken und bei deren Eltern dafür werben, dass sie ihre Kinder frühzeitig in die Kindertagesstätte (Kita) schicken.

Özkan forderte in einem Interview mehr Richter mit Migrationshintergrund, „damit die Betroffen auch sehen, hier entscheidet nicht eine fremde Autorität, sondern wir gehören da auch zu.“

In Anlehnung an das Kruzifix-Urteil 1995 des Bundesverfassungsgerichtes, forderte sie, dass Unterrichtsräume an staatlichen Pflichtschulen frei von religiösen Symbolen zu sein hätten:„Die Schule sollte ein neutraler Ort sein“. Ein Kind müsse selbst entscheiden können, wie es sich religiös orientiere. Darum hätten auch Kopftücher „in Klassenzimmern nichts zu suchen“.

Für diese Aussage wurde sie von Angehörigen der eigenen Partei und der CSU heftig kritisiert.

Quelle: taz und wikipedia