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Guter Artikel zum Burka-Verbot – Wer profitiert eigentlich?

Mittwoch, Mai 5th, 2010

Das belgische Parlament beschloss letzte Woche als erste Volksvertretung in Europa ”das Tragen jedes Kleidungsstücks, welches das Gesicht ganz oder hauptsächlich verhüllt” zu verbieten. Kaum verhüllt wurde hiergegen das Tragen der Burka vorgegangen.

Diese Beschluss ist eindeutig hervorragend in jene allgemeine Stimmung, die von der Boulevard-Presse über die Stammtische bis in die Parteivorstände der sog. „Volksparteien“ schwappt und Muslime zu Sündenböcken stempelt und den Religionskrieg ausruft.

Das Blog „Mädchenmannschaft“ liefert – – völlig politically incorret – eine gute und fundierte Analyse gegen solchen Quatsch.

Insbesondere zeigen die Mädchen, das das den betroffenen Frauen nicht bringt, außer zusätzliche Nachteile:

„Es ist wohl stark anzuzweifeln, dass ein Verbot automatisch zum Ablegen der Burka oder des Niqab führt, sonderen eher zur Folge hat, dass jene Frauen, die gezwungen sind, sich voll zu verschleieren, ihr Haus einfach nicht mehr verlassen (dürfen).“

Und: Wenn eine Frau eine Burka freiwillig trägt, wird ihr Recht auf Religionsausübung oder freie Kleiderwahl eingeschränkt.

Ebenso lesenswert wie der Beitrag der Mädchenmannschaft ist der Kommentar von Felix Neumann, der  treffend zusammenfaßt:

Vordergründig geht es um die Burka, hintergründig um »den« Islam. Vordergründig geht es um die Würde der Frau, hintergründig um eine abendländische Leitkultur. Vordergründig um liberale Werte – hintergründig um konservative Ausschlußmechanismen. Um die burkatragenden Frauen geht es zuletzt.

Aber solche Meinungen sind ja politically incorret. Nun, wir schließen uns dem trotzdem an.

Besonders gespannt sind wir übrigens, wie die Belgische Polizei zum Fasching / Karneval ”das Tragen jedes Kleidungsstücks, welches das Gesicht ganz oder hauptsächlich verhüllt” verhindern will. Oder gelten dann Ausnahmen? Und wenn ja: Auch für die Burka? Dann hätten die armen Frauen wenigstens ein ein paar Tagen im Jahr Ausgang.

Burka

Samstag, Mai 1st, 2010

Die Burka (eigentlich Burqu, aus arabisch ‏برقع‎; in Pakistan auch als Barqa) ist ein Kleidungsstück, das der vollständigen Verschleierung des Körpers dient. Die Burka wird von vielen muslimischen Frauen in Afghanistan und einem gewissen Prozentsatz der Frauen in Pakistan, Indien und anderen muslimischen Ländern getragen.

Ernstzunehmende muslimische Gelehrte halten die Burka nicht für eine theologische Notwendigkeit.

In Afghanistan tragen viele Frauen die Burka aus Angst vor männlicher Gewalt und Angst um ihren Ruf. Auch ist die Burka zurzeit ein willkommenes Mittel, die eigene Mittellosigkeit zu verschleiern. Die Burka wird gelegentlich auch aus  traditionellem Stammesdenken getragen.

Die von den Taliban und anderen extremen religiösen männlichen Fanatikern vertretene Ansicht, die Burka sei immer zu tragen, wenn eine Frau das Haus verläßt, wird von der überwiegenden Mehrheit (99%) der muslimischen Menschen und Geistlichen nicht geteilt.

Auch haben ca. 1,09% christlicher Ehemänner in anonymen Umfragen erklärt, sie würde für ihre eigene Frau auch eine komplett Verhüllung in der Öffentlichkeit wünschen.

Unsere Position zur Bukra:

– Was eine Frau in der Öffentlichkeit trägt, ist ihre Privatangelegenheit, der Staat hat sich dort nicht einzumischen.

– Ein Bukra-Verbot würde zudem der Gleichbehandlung der Religionen widersprechen. Was für die Burka gilt, muss auch für alle anderen religiösen und weltanschaulichen Kleidungsstücke gelten. Das deutsche Verfassungsgericht hat sich hier auch sehr eindeutig geäußert.

– In bestimmten Situationen,  in denen die Identität einer Person wichtig ist (Behörden, Gerichte, Unterricht, …) kann eine Burka als Kleidung nicht akzeptiert werden (wie auch alle andere Kleidungsstücke, die das Gesicht bedecken).

– Eine Frau oder einen Mann zum Tragen religiöser oder weltanschaulicher Kleidungsstücke zu zwingen, gehört unter Strafe gestellt. Eltern kann der Sorgerecht entzogen werden.