Archive for the ‘USA’ Category

In den USA gehen die Lichter aus?

Donnerstag, August 12th, 2010

Der US-amerikanische Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugman hat vor einem allmählichen Verfall der Infrastruktur in den Vereinigten Staaten gewarnt. In seiner wöchentlichen Kolumne für die „New York Times“ schrieb Krugman, dass  „in den USA die Lichter ausgehen – im wahrsten Sinne des Wortes“.

a country that once amazed the world with its visionary investments in transportation, from the Erie Canal to the Interstate Highway System, is now in the process of unpaving itself: in a number of states, local governments are breaking up roads they can no longer afford to maintain, and returning them to gravel.And a nation that once prized education — that was among the first to provide basic schooling to all its children — is now cutting back. Teachers are being laid off; programs are being canceled; in Hawaii, the school year itself is being drastically shortened. And all signs point to even more cuts ahead.

Krugmann, einer der schärfsten öffentlichen Ex-Kritiker von Präsident George W. Bush, schon auch Obamas Regierung nicht. Doch er gibt ihr nicht die Schuld an der Geisteshaltung, die zu dieser Krise geführt hat:

It’s the logical consequence of three decades of antigovernment rhetoric, rhetoric that has convinced many voters that a dollar collected in taxes is always a dollar wasted, that the public sector can’t do anything right.

Und Krugmann kommt zu eine drastischen Schluß:

So the end result of the long campaign against government is that we’ve taken a disastrously wrong turn. America is now on the unlit, unpaved road to nowhere.

Read all: Krugmanns Editorial

Doch so gern viele hierzulande dieses geschehen sehen würden (und die Enttäuschung über Obamas Versagen dürfte das nur verstärken): Es wird nicht geschehen.

Natürlich ist es war, das sehr viele US-Amerikaner schlechter Wohnen, schlechter Essen, schlechtere Bildung haben und schlechter gesundheitlich versorgt sind als der Durchschnitts-Kubaner. Das wird die US-Amerikaner auch nicht zu einem Aufstand oder gar einer Revolution veranlassen. Sie sind Pioniere und Entbehrung gewöhnt. Nur die Kriminalität wird weiter steigen.

Aber bald hat die Situation einen Punkt erreicht, die die internationale Wettbewerbsfähigkeit der USA bedroht. Und dann werden sich die Dinge sehr schnell ändern.

Hier unterschätzt Krugmann eindeutig die Wandelbarkeit der Kombination Kapitalismus & Demokratie.

Eine kleine Moschee am Ground Zero

Freitag, August 6th, 2010

Am „Ground Zero“ soll ein muslimisches Gemeindezentrum, genannt „Cordoba House“, entstehen, in dem unter anderem eine Kochschule, ein Schwimmbad, ein Restaurant, ein Theater mit 500 Sitzplätzen und, ja, auch ein Gebetsraum untergebracht werden sollen.

Und deshalb sind vor allem rechtskonservative Kräfte in Amerika fest entschlossen, den Bau zu verhindern – oder, noch besser, einen fundamentalchristlichen Kulturkampf vom Zaun zu brechen.

Dabei spielt es für die Gegner des Vorhabens keine Rolle, dass als Bauherr eine Cordoba Initiative auftritt, deren erklärtes Ziel die „Verbesserung der Beziehungen zwischen muslimischer und westlicher Welt“ ist – und die gerade deshalb die symbolische Nähe zu Ground Zero suchte.

Bürgermeister Bloomberg sagt, Manöver zur Verhinderung seien „sehr unamerikanisch“.  Amerikanisch sei dagegen die Vielfalt und der Wille, diese auszuhalten und zu organisieren.

Die Idee ist toll, doch ob sich die Vernunft gegen die rassistische US-Mehrheit durchsetzen kann, ist zweifelhaft.

Mehr Infos:

http://www.taz.de/1/politik/amerika/artikel/1/eine-kleine-moschee-in-manhattan/

Islamist Bin Laden und Wolfgang Schäuble

Donnerstag, März 25th, 2010

In laxem Plauderton, sonor und angenehm, als wäre es in der Kneipe nach dem Kino, so spricht Hagen Rether uns bereits im Mai 2007 an:

»Der Islamist Bin Laden hat genauso viel mit dem Islam zu tun wie Innenminister Schäuble mit der inneren Sicherheit. Gar nix. Zwei Paranoiker auf Kriegspfad. Das ist furchtbar. Und die fangen den auch nicht. Also den Bin Laden. Bin Laden, den fangen die nie. Die brauchen den zwingend als Anti-Christ. Der ist der wichtigste Mann in der amerikanischen Außenpolitik. Das ist der Blankoscheck. Da schreiben die drauf, was die lustig sind. Und dann kriegen wir wieder Bin Laden Videos vorgespielt alle paar Monate. Dann ham wer die Buxe alle wieder richtig voll. Und dann kannste die Doktrin weiter richtig durchziehen. Na sicher, so’n Spiel geht nur mit voller Buxe. Dat Christentum wär längst am Ende ohne Teufel.«

Quelle: Der Schallplattenmann: Hagen Rether „Liebe zwei“

Obama zum Nouroz (Neujahr im Iran)

Dienstag, März 23rd, 2010

US-Präsident Barak Obama veröffentlichte anlässlich des Neujahrsfestes im Iran eine Video-Ansprache  an das iranische Volk und die iranische Regierung.

Darin heißt es:

We have serious differences that have grown over time.  My administration is now committed to diplomacy that addresses the full range of issues before us, and to pursuing constructive ties among the United States, Iran and the international community.  This process will not be advanced by threats.  We seek instead engagement that is honest and grounded in mutual respect.

You, too, have a choice.  The United States wants the Islamic Republic of Iran to take its rightful place in the community of nations.  You have that right — but it comes with real responsibilities, and that place cannot be reached through terror or arms, but rather through peaceful actions that demonstrate the true greatness of the Iranian people and civilization.

[…]

I know that this won’t be reached easily.  There are those who insist that we be defined by our differences.  But let us remember the words that were written by the poet Saadi, so many years ago:  „The children of Adam are limbs to each other, having been created of one essence.“

Hier das gesamte Video:

Obama zum iranischen Nouroz Fest


Der gesamte Text in English or Persisch –  oder download .mp3, .mp4, oder .mp4 with Persian subtitles (alles von whitehouse.gov)

Hier habe ich es gefunden: Politically Incorrect auf Blogsport.de


Herkunft des Begriffes „Politically Incorrect“

Mittwoch, März 17th, 2010

Der Begriff politisch korrekt wurde bereits 1793 in einem Gerichtsverfahren vor dem Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten […] erwähnt. Das Gericht stellte dabei eine Überlegung zu den Bürgerrechten an und bezeichnete es in diesem Zusammenhang als nicht politisch korrekt, einen Toast auf den Staat (die Vereinigten Staaten) statt auf das Volk (der Vereinigten Staaten) auszubringen, weil der Staat zwar das edelste Werk des Menschen, der Mensch selbst aber das edelste Werk Gottes sei.

Mitte der 1980er Jahre wandten sich Studenten vor allem der University of California gegen Pflichtkurse zur westlichen Zivilisation (Western Civilization), in denen nach ihrer Auffassung die Werke „toter, weißer europäischer Männer“ („dead white European males“, […] ) zu sehr im Vordergrund standen. Sie verlangten eine Ausweitung des Lehrstoffs auf weibliche und außereuropäische Autoren und schufen Sprachkodizes (Speech codes), die auf die Einbeziehung von Minderheiten abzielten. Mit der Ausweitung dieser Sprachregelungen gewann der ironisch verwendete Begriff politically correct an Bedeutung.

Seit Beginn der 1990er-Jahre wandelte sich der Begriff von einer Eigenbeschreibung zu einem pejorativ gebrauchten Kampfbegriff der politischen Rechten. Konservative Studenten, Akademiker und Journalisten übernahmen den Ausdruck und wandelten ihn in eine Chiffre zur Ablehnung linker Antidiskriminierungsbemühungen. Im Laufe der Zeit wurde der Begriff zu Political Correctness substantiviert. US-Konservative verwandelten ihn in den 1990er-Jahren überdies in einen politischen Kampfbegriff zur Auseinandersetzung mit dem politischen Gegner. Allerdings wird er auch weiterhin von undogmatischen Linken verwendet.

Politikwissenschaftler beschreiben den abwertenden Gebrauch des Ausdruckes Political Correctness als eine der „Strategien“ der konservativen Verteidigung traditioneller Werte. „Political Correctness“ äußert sich hierbei als „vehement betriebene Diffamierungskampagne gegen die Liberals.“ Die Konservativen „setzten damit eine Strategie der politischen Diffamierung aus den 80er Jahren direkt fort. An die Stelle des L-words (ein in der Wahlkampfkampagne 1988 von Konservativen geprägter negativ konnotierter Begriff für den Liberalismus) trat nun Political Correctness, um gegen den liberalen ‚Feind’ ins Feld zu ziehen.“

Quelle: Wikipedia

Namensgeber: Politically Incorrect (Talkshow)

Montag, März 15th, 2010
Politically Incorrect hat sich nach einer Sendung benannt, die von der US-Rechten bekämpft (und schließlich abgesetzt) wurde, weil sie politisch nicht korrekt war.
siehe Politically Incorrect auf  Wikipedia
Politically Incorrect war in den USA eine abendliche politische Talkshow von Bill Maher, die von 1993 bis 2002 lief. Ausgestrahlt wurde sie auf Comedy Central 1993 bis 1996 und auf ABC von 1997 bis 2002.

Nach den Anschlägen des 11. September sagte der ehemalige amerikanische Präsident George W. Bush, die Terroristen seien Feiglinge. In Rahmen dieser Tragödie war es auch zum Unglück der Airlines Flug 77 gekommen, bei dem einer der häufigen Gäste der Sendung (Barbara Olson) ums Leben gekommen war. Maher ließ für sie eine Woche lang einen Platz in der Sendung leer. Wenige Tage später widersprach Dinesh D’Souza in der gleichen Sendung Bush und behauptete, die Terroristen seien Krieger.

Maher widersprach dem nicht und geriet damit ins Kreuzfeuer der Kritik der republikanischen Partei und der gesamten US-Rechten . Die Sendung verlor dabei Werbeaufträge.

Bereits im Juni des folgenden Jahres wurde die Show offiziell aufgrund mangelnder Zuschauerquoten abgesetzt.

Quelle:

http://de.wikipedia.org/wiki/Politically_Incorrect_%28Talkshow%29