Archive for the ‘Türkei’ Category

Unsere Kinder-unsere Zukunft – Bizim cocuklarimiz-Bizim gelecegimiz“

Dienstag, Oktober 25th, 2011

Ab Mitte Dezember 2011 wird die pädagogische Informationssendereihe „Unsere Kinder-unsere Zukunft – Bizim cocuklarimiz-Bizim gelecegimiz“, die sich an türkischsprachige Eltern richtet, europaweit über den türkischen Sender ATV ausgestrahlt.

Eine aktuelle Studie zeigt, dass es Eltern mit türkischem Migrationshintergrund nicht an Bildungsehrgeiz und Aufstiegswillen mangelt. Dennoch wissen Eltern oftmals nicht, wie sie ihre Kinder im Bildungsprozess unterstützen können.

Das Konzept  wendet sich direkt an die türkischstämmigen Eltern und steht ihnen mit „Rat und Tat“ zur Seite: Hier beraten Expertinnen und Experten gemeinsam mit Familienmitgliedern über das Bildungssystem und die möglichen Wege für ihre Kinder, sie geben Informationen und lebensnahe Tipps und klären zudem Fragen mit dem Publikum.

„Es soll uns gelingen, nicht übereinander, sondern miteinander zu reden“, so Arif Arslaner, Geschäftsführer KUBI e.V.. „Mit der Stärkung der Erziehungskompetenz nehmen wir gemeinsam die gesellschaftliche Aufgabe wahr, für die Bildungserfolge der Kinder zu kämpfen, die bisher weniger gute Startchancen in unserem System haben.“

Ermöglicht wird das Programm durch eine  Kooperation zwischen der Vodafone Stiftung Deutschland und dem Frankfurter Verein für Kultur und Bildung, KUBI e.V. (http://egitim.de/)

Danyal Alaybeyoglu, Vodafone Stiftung

Danyal Alaybeyoglu, Vodafone Stiftung

Pressekontakt:

Danyal Alaybeyoglu, 
Leiter Kommunikation Vodafone Stiftung Deutschland, 
Tel.: 0211-533-6786,
Mobil: 0172-2403359, 
E-Mail: danyal.alaybeyoglu@vodafone.com

 

Weitere Infos sind angefragt, der Artikel wird nach Eingang aktualisiert.

Quelle:

http://www.presseportal.de/pm/53198/2133034/neue-tuerkische-tv-sendereihe-informiert-eltern-ueber-bildungsthemen-unsere-kinder-unsere-zukunft

 

FILM: SÜT – MILCH (Türkei 2009)

Montag, Oktober 10th, 2011

Semih Kaplanoglu gehört zu den Hauptvertretern eines neuen türkischen Kinos.

SÜT („Milch“) ist der zweite Teil eines Zyklus, der mit YUMURTA („Ei“) begann und mit BAL („Honig“) abgeschlossen wird.

„Wir sehen die Welt nicht nur mit unseren Augen, sondern auch mit unseren Träumen“

Filmwebseite:
http://www.suet-derfilm.de/index.html

 

Zum Inhalt:

Yusuf, Anfang 20, lebt bei seiner Mutter Zehra am Rande einer anatolischen Kleinstadt.

Gemeinsam verkaufen sie selbst hergestellte Milchprodukte ihrer beiden Kühe auf dem lokalen Markt, eine harte Arbeit, die wenig einbringt. Die Geschäfte gehen immer schlechter, denn mit der zunehmenden Industrialisierung und der Entstehung von Neubauvierteln gehen immer mehr Menschen in die neuen Supermärkte.

Zehra verlangt von Yusuf, durch geregelte Arbeit zum gemeinsamen Lebensunterhalt beizutragen. Aber Yusuf kann diesen traditionellen Erwartungen als männliches Familienoberhaupt nicht gerecht werden, da er sich lieber in Tagträumen und Literatur verliert. Als eines seiner Gedichte in einer Literaturzeitschrift veröffentlicht wird, wächst in ihm der Wunsch nach künstlerischer Selbstverwirklichung und Anerkennung.

Zehra verliebt sich in den örtlichen Bahnhofsvorsteher und entdeckt ihre Weiblichkeit wieder. Plötzlich ist Yusuf nicht mehr der einzige Mann in ihrem Leben, und weder die Gedichte noch die Milch, deren Verkauf von Tag zu Tag weniger einbringt, können ihm jetzt weiterhelfen, sein Leben zu meistern. Soll er sich nun an den Mustern der traditionellen patriarchalen Kultur orientieren, oder den modernen Strömungen folgend, eine eigene Haltung entwickeln? Er steht vor Entscheidungen, die sein Leben verändern, ein neues Leben einleiten werden.

Einen Ausweg scheint der Einberufungsbescheid des Militärs anzubieten. Für die Musterung muss Yusuf in die Großstadt fahren. Dort lernt er Semra kennen, die sich auch für Lyrik interessiert. Aber bevor es zur Romanze kommt, wird Yusuf als untauglich ausgemustert. Er kehrt desillusioniert in sein Dorf zurück – und muss seinen Weg finden.

 

Gezeigt wird er u.a. am Donnerstag, 13. Oktober · 19:00 – 21:00 im Gemeinschaftshaus Gropiusstadt, Bat-Yam-Platz 1, 12353 Berlin (U7 Bahnhof Lipschitzallee).

Riesiger Saal und eine große Tonanlage !

 

Wer den Film auch zeigen möchte, kann das über:

mîtosfilm
Gurbet Erbulan 

Anschrift
Reichenberger Straße 36
10999 Berlin
Telefon
Tel.: 030 54 71 94 62
Fax: 030 54 71 95 08
Internet
gurbet@mitosfilm.com
www.mitosfilm.com

Freiheit – auf Türkisch heißt das Özgürlük.

Samstag, Januar 15th, 2011

Freiheit – auf Türkisch heißt das Özgürlük.

özgürlük (tr)

wolność (pl)

liberté (fr)

freedom (en)

Anarhia – (ro)

じゆう (jap) (sprich: dschijuu)

 

Wer mag ergänzen?

Ein Vorbild deutscher Integrationspolitik

Samstag, September 4th, 2010

Die erste steife Herbstbrise hatte Berlin voll im Griff. Kadir schlenderte durch die deutsche Hauptstadt, den Schal dicht ins Gesicht gezogen. Er war auf den Tag genau vor 35 Jahren, am 30. August 2010, geboren worden. Er lächelte über die Ironie, die die Geschichte manchmal bereithält. Er dachte zurück an seine Kindheit, als er auf dem Schoß seines Vaters saß und der ihm davon erzählte, wie alles mit einem einfachen Buch begann. Er sah die Tränen seines Vaters, der für seine Kinder das Leben in Anatolien aufgegeben hatte, damit Kadir und seine Geschwister es einmal besser haben würden. In Deutschland waren seine Eltern willkommen, galten sie doch als günstige Arbeitskräfte. Morgens wurden sie in die Fabriken transportiert, am Abend und am Wochenende sich selbst überlassen. Bis zu jenem Buch, das Deutschland und die Menschen veränderte. Kadir kaufte sich am Kiosk ein Croissant, achtete darauf, nicht sein Gesicht zu zeigen und sich mit perfektem Deutsch zu bedanken. Zu gefährlich war es für Menschen wie ihn, sich öffentlich zu zeigen.

weiter lesen

Unglaublicher guter Text von Christian  Sickendieck -mir läufts kalt den Rücken runter.  Absolut lesenswert. Aber auch ambivalent. Wurde auch aus Nazi-Foren verlinkt.

Müzeyyen liebt Weihnachten

Sonntag, August 29th, 2010
Dreessen: eine christlich-muslimische Familie

Dreessen: Eine christlich-muslimische Familie - ein Foto des Ehepaares

Das evangelische Magazin „chrismon“ berichtet in seiner August-Ausgabe über eine christlich-muslimische Ehe.  Ein spannender Artikel, der allen unseren Lesern sehr empfohlen sei.

Ein Familienleben mit Bibel und Koran, mit Heiligen und dem Propheten Mohamed – seit mehr als 25 Jahren.

Spannend: Die größten Konflikte gab es nicht um die Religion, sondern in der Erziehung. Und hier die nächste Überraschung:  Während der Christ mit Strenge erzog, diskutierte die Muslimin lieber.

Im Jahr 1984, als die Dreessens heirateten, entschieden sich in der Bundesrepublik nur 319 Türkinnen für einen deutschen Ehemann, 1312 Türken heirateten eine deutsche Ehefrau. Im Jahr 2007 verheirateten sich 1874 türkische Frauen und 3839 türkische Männer mit deutschen Partnern.

An einer Stelle jedoch zeigt die christliche Redaktion leider einen Funken Rassismus. Da schreiben sie:  „Noch immer gehen türkische Einwanderer deutlich seltener die Ehe mit Deutschen ein als Einwanderer aus anderen Ländern.“ Auf den Gedanken,  das auch es vielleicht anders herum sein könnte, dass es vielleicht auch an den Deutschen liegen könnte, darauf ist die Autorin Hedwig Gafka nicht gekommen.

Ansonsten: Unbedingte Leseempfehlung für  Müzeyyen liebt Weihnachten !

Sakineh Update: Der Druck zeigt Wirkung

Freitag, August 27th, 2010

Unglaublich – über 33.317 Menschen haben bei der Notfall-Anzeigenkampagne „Gerechtigkeit für Sakineh Ashtiani“ gespendet. Gemeinsam erreichten wir unser Ziel in nur 12 Stunden und veröffentlichten in nur 72 Stunden ganzseitige Anzeigen in wichtigen Zeitungen in Brasilien und der Türkei, sowie zahlreiche Online-Anzeigen. Die Zeitungsanzeigen (rechts) zeigen Premier Erdogan und Präsident Lula mit einem Foto von Sakineh und dem folgenden Titel: „Ihr Leben liegt in Ihrer Hand“.

Die Antwort kam prompt. Aufgrund des Asyl-Angebotes des brasilianischen Präsidenten für Sakineh, haben wir den Schwerpunkt auf eine Intervention des türkischen Premierminister Erdogan gelegt. In den türkischen Medien führte die Kampagne zu dutzenden Reportagen in Print und TV-Nachrichten. Ein Top-Journalist schrieb persönlich an Avaaz und bedankte sich für unsere Bemühungen.

In den letzten Tagen haben über 50.000 Menschen in der Türkei und Brasilien eine persönliche Nachricht an Lula und Erdogan gesendet. Die Kampagne überall inder Türkei i m Fernsehen zu sehen. Das Ergebnis ist unglaublich: Presseberichte sagen, Erdogan hat seine Regierung damit beauftragt per „intenisver Telefon-Diplomatie“ mit dem Iran, die Freilassung von Sakineh zu verfolgen und auch Lula hat seine Position gestärkt.

Der Iran spürt eindeutig den Druck und reagiert mit einer Verzögerungstaktik. Internationaler Druck hat Sakineh vor der Steinigung und Exekution wegen Ehebruchs bewahrt. Doch das Regime änderte die Anklage und versucht Sie nun für Mord an ihrem Ehemann zu hängen – eine Anklage die bereits vor 4 Jahren fallen gelassen worden ist. Letzte Woche wurde ein angebliches Geständnis von Sakineh im iranischen Fersehen übertragen. Laut ihrem Anwalt hat es die Polizei durch Folter erzwungen.

Die Tatsache, dass das Regime das endgültige Gerichtsurteil noch einmal vertagt hat (Gestern wurde das Urteil zum dritten Mal vertagt), zeigt was für einen Nachhall unser Ruf nach Gerechtigkeit erzeugt hat. Doch der Druck zeigt Wirkung: Gerade letzte Woche has das Regime rasch zwei richterliche Nachprüfungen durchgeführt und das Steinigungsurteil einer 25- und einer 19-jährigen Frau in Hängen und Peitschenhiebe umgewandelt. Während die Meinung der iranischen Bevölkerung von der Propaganda beeinflusst sein mag, weiß die Regierung nun ohne Zweifel, dass sie ihre zwei wichtigsten verbliebenen Beziehungen zur Türkei und zu Brasilien gefährdet, wenn sie Sakineh hinrichtet.

Sakinehs gesamte Anklage ist in allen Belangen ein Hohn auf die Justiz, selbst für den Iran. Wenn wir den Druck aufrecht erhalten, besteht noch immer die Chance das Urteil aufzuheben, denn der Gerichtshof muss noch immer die Entscheidung treffen, ob die Anklage wegen Mordes aufrechterhalten werden kann. Dass es sich hierbei um eine politische Entscheidung handelt, besteht kein Zweifel.

Lasst uns aus allen Ecken der Erde die iranischen Botschaften mit Telefonanrufen überhäufen, auf die Anrufbeantworter sprechen oder sogar Besuchen. Sie melden all diese Kontakte nach Teheran und dort wird man einen Eindruck von der globalen Anteilnahme bekommen. Das iranische Regime behauptet, die Kampagne für Sakineh sei ein Kreuzzug des Westens, doch das Internet ist überall. Zeigen wir ihnen, dass wir keinen Kreuzzug gegen den Iran führen wollen, sondern eine weltweite Kampagne für die Gerechtigkeit.

Unter diesem Aufruf finden Sie eine Liste von Telefonnummern für die iranischen Botschaften in den verschiedensten Ländern. Nehmen Sie sich ein paar Minuten Zeit für diesen wichtigen Anruf.

Gemeinsam haben wir dazu beigetragen, dass Sakineh kein stilles Opfer einer unmenschlichen Bestrafung, sondern zum Symbol im Kampf für die Gerechtigkeit geworden ist, mit dem selbst die mächtigsten im Iran sich auseinandersetzen müssen. Die Aussichten stehen für Sakineh noch immer schlecht, doch oft besitzt die Hoffnung ihre größte Kraft im dunkelsten Moment. Wir haben die Petition unterzeichnet und für die Anzeigenkampagne gespendet. Lasst uns nun zu den Telefonen greifen. Die Nummern sind unten zu finden.

Hier ist die Liste der Nummern (alternative Nummern in Klammern):

Australien (+61) 02 62907000 (ext.9)
Belgien: (+32) 02 762 3745 (2 762 3771)
Brasilien: (61) 3242-5733 (3242-5124 / 3242-5874)
Kanada: (613) 235 4726
Dänemark: (+45) 3916 0071
Deutschland: (+49) (0)30 84353399
Finnland:(+358) 9 6845391
Frankreich: 01- 4069 7900 (4069 7971/ 4069 7914 / 4069 7916 / 4069 7966)
Griechenland: (+30) 210 674 1436
Indien: (+91) 11- 332 9600 (332 9601 / 332 9602 / 332 0491)
Irland: (+353) 1 288 5881 (288 0252 / 288 2967)
Italien: (+39) 06 863 28485 (8632 8486)
Japan: (+81) 3-3446-8011
Mexiko: (+52) 55 – 91722691 / 91722672 / 91722699
Neuseeland: (+64) 4 386 2976
Norwegen: (+47) 22 552 409
Österreich: (+43) (0)1 712 2650
Portugal: (+ 351) 213 041 850
Südafrika:(+27) 12 342 5881
Spanien: (+ 34) 91 345 01 12  (91 345 0116 / 91 345 0652)
Schweden:(+46) (8) 636 3600 (765 0829 / 765 3174 / 767 7929)
Schweiz:(+41) (0)31 351 0801 (351 0802)
Türkei: (+90) 312- 468 2821
Großbritannien: (+ 44) (20) 7 225 3000 – Zentrale — (20) 7 5810570 / (20) 72254219
USA: (+1) (202) 965-4990

Wenn Ihr Land nicht in der Liste auftaucht, oder Probleme mit den obigen Nummern haben, finden Sie hier eine komplette Liste mit allen nötigen Kontaktinformationen (Tel, Fax, E-Mail und Adresse): http://www.iranchamber.com/embassy/iran_embassy.php

Falls niemand abnehmen sollte, bitte nicht verzweifeln! Das bedeutet ganz einfach, dass unsere Nachricht angekommen ist- Lassen Sie einfach klingeln…

Sollten Sie unsicher sein, was Sie sagen sollen, keine Angst, der Anruf an sich ist das wichtigste.

Generell, sind diese 3 einfachen Punkte erwähnenswert:

  1. Sie sind erleichtert, dass der Iran die Verurteilung zu Steinigung wegen Ehebruchs zurückgezogen hat und fordern ein Verbot von Steinigungen in ganz Iran.
  2. Sie sind besorgt, dass Sakineh kein gerechtes Verfahren in der Anschuldigung des Mordes bekommen hat, besonders weil es schon einmal abgewiesen worden ist. Sie rufen an, um die iranischen Behörden zur Freilassung von Sakineh aufzufordern.
  3. Sie ermutigen die Regierung ein Beispiel zu setzen, indem nicht nur dieser Fall, sondern auch andere Fälle, fair und rechtsstaatlich behandelt werden. Zudem soll sichergestellt werden, dass unter iranischem Gesetz niemand wegen Ehebruchs hingerichtet werden kann, sei es durch Steinigung, oder durch andere Formen der Todesstrafe.

Buchtipp: Halbmondwahrheiten

Sonntag, August 22nd, 2010

BuchcoverISABELLA KROTH

Halbmondwahrheiten

Türkische Männer in Deutschland – Innenansichten einer geschlossenen Gesellschaft

TüPaperback, Klappenbroschur, 224 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-424-35022-7
€ 16,95 [D] | € 17,50 [A] | CHF 29,90* (empf. VK-Preis)empfohlener Verkaufspreis

Verlag: Diederichs

Autorin Isabella Kroth hat das Vertrauen von türkischen Männern gewonnen: In Interviews erzählen sie von ihrem schwierigen Weg zwischen Tradition und Moderne

In zwölf Geschichten gibt das Buch Einblick in die Lebenswelten des türkisch-muslimischen Mannes. Es behandelt die ungelösten Probleme der Integration, etwa warum Ali auch nach 40 Jahren in Deutschland kaum Deutsch spricht, warum Ismet keine Chance hatte, sein Abitur zu machen, sondern als junges Familienoberhaupt schnell Geld verdienen musste. Warum Koray eine Frau aus der Türkei als Ehefrau akzeptiert, obwohl er sie kaum kennt. Wie Adem mit seiner neuen Aufgabe als alleinerziehender Vater umgeht. Und warum Ahmet als Importbräutigam nach Deutschland aufgebrochen ist.

Es geht ebenso um alleinerziehende Männer und darum, wie sie mit dieser Situation fertig werden. Entlang der Biografien und ihrer Beobachtungen, gibt Kroth einen Überblick über die damalige deutsche Ausländerpolitik, die erst nach vielen Jahrzehnten zur Integrationspolitik wurde. Auch gesellschaftliche Ereignisse, Informationen über den Islam, Studien zu Einwanderern werden aufgegriffen.

Mehr:

Buchbesprechung bei literaturmarkt.info

Buchbesprechung bei Spiegel.de

Sehr gutes Interview mit Isabella Kroth im Freitag

Verlags-Info

Wenn möglich: Kauft bei eurem lokalen Buchhändler. Keinesfalls bei Buchhandels-Ketten. Möglichst nicht
online.

Niedersachsen: Muslimische Ministerin türkischer Herkunft

Mittwoch, April 28th, 2010

Die Juristin Aygül Özkan, bislang Bürgerschaftsabgeordnete in Hamburg, wurde am Dienstag in Hannover als neue Sozialministerin des Landes Niedersachsen vereidigt, als erste türkischstämmige Ministerin in Deutschland überhaupt.

Ein Coup der CDU von Ministerpräsident Christian Wulff , besonders gegenüber der SPD, die zwar von Einwandern gewählt wird, aber so wenige der ihren in Spitzenpositionen vorweisen kann wie keine andere Partei.

Aygül Özkans Eltern, Aydin und Nuran Özer, stammten aus Ankara in der Türkei und waren in den 1960er Jahren nach Hamburg zugewandert. Aydin Özer arbeitete zunächst fünf Jahre bei der Deutschen Bundespost, bevor er sich mit einer Schneiderei selbstständig machte.

Aygül Özkan besuchte das Gymnasium Allee Altona und erlangte dort 1990 ihr Abitur. Mit 18 Jahren, noch während ihrer Schulzeit, hatte sie sich für die deutsche Staatsangehörigkeit entschieden – eine Entscheidung, die sie sich auch von viel mehr Zuwanderern wünscht: „Ich denke, dass wir viel stärker plädieren und kämpfen müssen, dass die Menschen, die hier leben und sich dafür entschieden haben, hier zu leben und Teilhabe wollen, primär die deutsche Staatsangehörigkeit erlangen sollten.“

Sie nahm ein Studium der Rechtswissenschaft mit dem Schwerpunkt Europa- und Wirtschaftsrecht an der Universität Hamburg auf.

Özkan ist Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft selbstständiger Migranten (ATU) und unter anderem auch Mitglied der Wirtschaftsdeputation und des Integrationsbeirates der Hansestadt, sowie der Deutsch-Türkischen Juristenvereinigung.

Aygül Özkan ist mit einem türkischstämmigen Frauenarzt verheiratet und Mutter eines Sohnes.

Die Personalentscheidung fand ein großes und positives Echo in türkischen Medien. So erklärte der türkische Außenpolitiker Yaşar Yakış, dass die Entscheidung ein gutes Beispiel für die in Deutschland lebenden Türken sei, es bis in höchste Positionen schaffen zu können.

Als neue Ministerin will Özkan vor allem die frühkindliche Bildung von Migrantenkindern stärken und bei deren Eltern dafür werben, dass sie ihre Kinder frühzeitig in die Kindertagesstätte (Kita) schicken.

Özkan forderte in einem Interview mehr Richter mit Migrationshintergrund, „damit die Betroffen auch sehen, hier entscheidet nicht eine fremde Autorität, sondern wir gehören da auch zu.“

In Anlehnung an das Kruzifix-Urteil 1995 des Bundesverfassungsgerichtes, forderte sie, dass Unterrichtsräume an staatlichen Pflichtschulen frei von religiösen Symbolen zu sein hätten:„Die Schule sollte ein neutraler Ort sein“. Ein Kind müsse selbst entscheiden können, wie es sich religiös orientiere. Darum hätten auch Kopftücher „in Klassenzimmern nichts zu suchen“.

Für diese Aussage wurde sie von Angehörigen der eigenen Partei und der CSU heftig kritisiert.

Quelle: taz und wikipedia

BIG – ein muslimisch-deutsches Bündnis für Innovation und Gerechtigkeit

Mittwoch, April 14th, 2010

 

Wahlplakat des Bündniss für Innovation & Gerechtigkeit

Wahlplakat des Bündniss für Innovation & Gerechtigkeit

BIG steht nicht nur für «groß», sondern auch für das neue Bündnis für Innovation und Gerechtigkeit.  BIG tritt bei der nordrhein-westfälischen Landtagswahl am 9. Mai als erste Partei an, die überwiegend von Muslimen gegründet wurde. Allerdings versteht sich die Gruppierung nicht als Islam-Partei. Vielmehr sieht sie sich als Stimme für Bevölkerungsgruppen, die sich von den etablierten Parteien vernachlässigt fühlen, wie der Gründer & Unternehmensberater Haluk Yildiz betont. Bei der Kommunalwahl 2009 war der türkischstämmige Politiker bereits in den Bonner Stadtrat eingezogen.

Yildiz war bis 2009 Sprecher des Bonner Rats der Muslime. Als Islam-Vertreter will er jedoch nicht gelten. Zwar seien überwiegend Muslime Parteimitglieder, das Bündnis stehe aber allen Menschen offen. Inzwischen gebe es auch schon einige Christen in der Partei. Vom Islam ist im BIG-Grundsatzprogramm keine Rede. Menschen sollten nicht auf ihre Religion oder Herkunft reduziert werden, sagt der Parteivorsitzende gegenüber dem SWR.

Entstanden ist BIG aus drei regionalen Wählervereinigungen: Die Wählergemeinschaft „Bündnis für Frieden & Fairness“ (BFF) setzt sich nach eigenen Angaben nur aus Muslimen zusammen. Sie hat bei der Kommunalwahl 2009 zwei Plätze im Bonner Stadtrat erhalten. Gleichzeitig hat die Bürgerinitiative Gelsenkirchen (BIG) eine Wählergemeinschaft von Menschen mit Migrationshintergrund an der Kommunalwahl teilgenommen. Als Ergebnis zogen ebenfalls zwei Abgeordnete in das Stadtparlament Gelsenkirchen ein. Eine vergleichbare Wählergemeinschaft aus Köln schaffte den Einzug in den Stadtrat nicht.

Zu den Kandidaten zählen eine Frauenärztin aus Marokko, ein türkischstämmiger Zahnarzt, ein libanesischstämmiger Ingenieur und ein in Bonn geborener Rechtsanwalt.

Auch bundesweit formiert sich das Bündnis, das bei den kommenden Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz, Bremen, Berlin und Baden-Württemberg ebenfalls antreten will.

Wir sind Deutschland

Erneuerungsbedarf sieht der 42-jährige Haluk Yildiz unter anderem in der Bildungs-, Sozial-, und Integrationspolitik.

 

Ein umfangreiches Wahlprogramm können die BIG-Vertreter bisher noch nicht vorweisen, nur ein vierseitiges Grundsatzprogramm. Darin wird etwa beklagt, dass es ungeachtet des Diskriminierungsverbots im Grundgesetz in vielen Bereichen eine Benachteiligung von Minderheiten gebe. Die Partei verstehe sich dagegen als «Brückenbauer» zwischen den Gesellschaftsgruppen. Zu ihren Zielen gehört unter anderem die Gewährung doppelter Staatsbürgerschaften.

 

In eine der etablierten Parteien mochte Yildiz nicht eintreten, weil ihn deren Art stört, über Menschen zu reden. So würden Hartz-IV-Empfänger zu bloßen Objekten, hinter denen die Einzelschicksale in Vergessenheit gerieten.

Bei der Kommunalwahl 2009 in Bonn erreicht er mit dem Bündnis für Frieden und Fairness (BFF), das nun BIG-Ortsverband ist, 2,1 Prozent der Wählerstimmen. Da es bei Kommunalwahlen keine Fünf-Prozent-Hürde gibt, reichte das für zwei Mandate im Rat der Stadt. Auf Landesebene müsste das Bündnis für einen Einzug ins Parlament deutlich zulegen.

Homepage: http://bignrw.de/

Der Vorsitzender der BIG, Haluk Yıldız, im Interview (September 2011):

http://www.deutsch-tuerkische-nachrichten.de/2011/09/193720/