Archive for the ‘Judentum’ Category

Ausstellung „Heimatkunde“ im Jüdischen Museum Berlin

Sonntag, September 18th, 2011

Im jüdischen Museum hier in Berlin zeigen  Deutsche, deutsche Juden, deutsche Türken, Migranten und Exilanten aus der Sowjetunion, aus Bosnien oder dem Iran ihre (deutsche?) Heimat:

Heimatkunde. 30 Künstler blicken auf Deutschland

16. September 2011 bis 29. Januar 2012

Jüdisches Museum Berlin, Lindenstr. 9-14, 10969 Berlin, Altbau 1. OG

Heimat ist ein emotionaler Begriff, der sehr vieles bedeuten kann: Geburtsort, Herkunftsland, Nation, Sprache, Religion. Ein  bekannter Landstrich, Familie und Freunde, zu wissen, wo die Bäckerei, der Augenarzt, das Lieblingskino sind, das alles trägt zu dem Gefühl bei, das Hannah Arendt anlässlich eines Besuches im Berlin der ersten Nachkriegsjahre in das Bild von ihren Füßen fasste, die alleine wüssten, wohin sie gehen. Vertrautheit, unumstrittene Zugehörigkeit, aber auch das Recht zu jammern und zu klagen sind die Komponenten, die das »zu Hause« definieren.

Heimat ist zum Beispiel:

Über eine ganze Museumswand haben die Schwestern Anni und Sibel Öztürk, die eine in Istanbul, die andere in Eberbach am Neckar geboren, Familienszenen in ein Weltgeschichtspanorama aus Medienbildern integriert. Eine Geburt, eine Hochzeit, eine Geburtstagsfeier. Die Öztürks zwischen Andreas Baader und Gudrun Ensslin. Steffi Graf und Franz Beckenbauer. Jimi Hendrix und Madonna. Honecker und Gorbatschow.

Mehr Informationen:

Deutschland Radio Kultur:  http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/fazit/1556917/

Ausstellungs-Seite des jüdischen Museums: http://www.jmberlin.de/heimatkunde/ausstellung/publikation.php

 

 

 

 

Wenn sich die Menschheit

Sonntag, Mai 2nd, 2010

Wenn sich die Menschheit weniger darauf konzentrieren würde, was uns von einander unterscheidet, als was wir voneinader lernen können, würden wir aufhören, uns gegenseitig umzubringen.

Dr. Donald „Ducky“ Mallard

Erstmals wurde in Israel eine israelisch-arabische Frau zur Vollzeitprofessorin

Donnerstag, März 25th, 2010

Erstmals ist in Israel wird eine israelisch-arabische Frau zur Vollzeitprofessorin: An der Tel Aviv University wurde die Erziehungs-Expertin Fadia Nasser-Abu Alhija zur „full professor“ ernannt.

Die 54-jährige wertet ihre Ernennung selbst als: „Ein echter Durchbruch“.

Die israelische Zeitung Haaretz zitiert Nasser-Abu Alhija mit den Worten:

„First of all, I am proud of myself for this personal accomplishment. But I believe I won’t be the last – more and more Arab women are entering the higher education system in a variety of fields.“

Sie fordert jedoch auch Verbesserungen von der Regierung, um diese Entwicklung zu fördern:

Still, she said, schools in Arab areas suffer from a serious lack of government investment.  „We have to improve Arab public schools,“ she said.

Auch die israelische Botschaft in Deutschland feiert die Ernennung in ihrem Twitter-Account

Quelle und mehr:  Haaretz.com

Buch: Macht – Religion – Politik

Freitag, März 19th, 2010
Titelbild zu Cover in groß "Macht – Religion – Politik"	 Margarete Jäger, Jürgen Link (Hg.) Macht – Religion – Politik Zur Renaissance religiöser Praktiken und Mentalitäten

Titelbild zu Cover in groß "Macht – Religion – Politik" Margarete Jäger, Jürgen Link (Hg.) Macht – Religion – Politik Zur Renaissance religiöser Praktiken und Mentalitäten

Margarete Jäger, Jürgen Link (Hg.) Macht – Religion – Politik: Zur Renaissance religiöser Praktiken und Mentalitäten

Dass mit Religion Politik gemacht wird und damit Macht und Herrschaft verbunden sind, ist keine neue Erkenntnis. Gerade in den letzten Jahren wurde dieses vor allem in Verbindung mit dem Islam diskutiert und problematisiert. Vielfach wird dabei jedoch die Frage vernachlässigt, inwieweit die politischen Grundlagen in Europa durch Religion geprägt sind und spirituelle Bedürfnisse (aus)nutzen.

Auch in Deutschland wird der Komplex Religion, Macht und Politik wird seit Jahren heftig diskutiert und kritisiert. Vielfach wird jedoch auch hier auf den Islam und sein Verhältnis zu westlich geprägten Demokratien focussiert. Vernachlässigt wird, die eigenen politischen Grundlagen daraufhin zu hinterfragen inwieweit sie durch Religion geprägt sind.

„Macht – Religion – Politik“ geht diesen Fragen nach und analysiert, ob und wie sich religiöse Ideen politisch geltend machen und ob diese Ideen inner- und zwischenstaatliche Politiken und Konflikte beeinflussen.

Es werden die Möglichkeiten einer (neuen) Religionskritik thematisiert wie auch das Verhältnis von Judentum und anderen Religionen,  das bis in die Gegenwart hinein die Beziehungen zwischen Juden und Nicht-Juden bestimmt. Daneben geht es um die Frage, ob und inwiefern das Konzept Globalisierung/Kapitalismus zu einer Art Religionsersatz mutieren konnte und ob und inwieweit fundamentalistisch gewendetes Christentum als Stütze länderübergreifender Machtpolitik seitens der Bush-Administration zu agieren versuchte.

Und schließlich geht es auch um die Frage einer möglichen Islamisierung Europas,  sowie um die Folgen „islamistischer“ Terroranschläge auf das politische Klima nicht nur in diesen Ländern.

Das Buch enthält folgende Beiträge:

Moshe Zuckermann:
Kants Religionsschrift. Überlegungen zu Vernunft und Religion auf dem kurzen Weg missglückter Säkularisierung

Alfred Schobert:
Religionskritik und Dekonstruktion: Jacques Derridas Arbeiten über „Religion“

Richard Faber:
„Das ist die Synagoge, in die ich nicht gehe.“

Jobst Paul:
Das Konvergenzprojekt – Humanitätsreligion und Judentum im 19. Jahrhundert

Jürgen Link:
As-soziationskrisen zwischen Kapitalismus und Normalismus und die verstärkte Attraktivität apokalyptischer Religiosität

Heinz Brüggemann:
Religion im öffentlichen Raum

Frank Unger:
USA:  Supermacht wiedergeborener Christen?

Moshe Zuckermann:
Staat und Religion in Israel

Andreas Umland:
Der „Neoeurasismus“ des Aleksandr Dugin: Zur politischen Strategie der russischen „Neuen Rechten“ sowie zur Rolle des integralen Traditionalismus und (quasi-)religiöser Elemente in ihrer Ideologie

Claudia Dantschke:
Islam und Islamismus in Deutschland

Ineke van der Valk:
Van Gogh und die Folgen

Margarete Jäger:
Diskursive Effekte der Kopftuchdebatte im deutschen Einwanderungsdiskurs

Daniela Marx:
Vom ›feministischen Schreckgespenst‹ zur gefragten Expertin – Alice Schwarzers Islamismuskritik als Eintrittskarte in die Welt der Mainstream-Medien

Warnung: Es handelt sich um ein Buch mit wissenschaftlichem Anspruch. Es handelt sich dabei größtenteils um Beiträge des 19. Colloquiums, das das Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung (DISS) in Verbindung mit der Gesellschaft für politische Bildung auf der Akademie Frankenwarte (Würzburg) unter dem Titel „Macht – Religion – Politik“ im November 2005 veranstaltet hat.

Es mag daher stellenweise ohne wissenschaftliche Vorkenntnisse im entsprechenden Feld schwer lesbar und verständlich sein.

Logo Unrast VerlagHier die  Einleitung von Jürgen Link und  Margarete Jäger im Volltext

Das Buch ist im Unrast-Verlag erschienen, kostet 24 Euro. Online  Bestellen oder den lokalen Buchhandel unterstützen.

Lesung mit Iris Berben im Jüdischen Gemeindezentrum

Montag, März 15th, 2010

Iris Berben liest auf der Benefiz-Veranstaltung zugunsten des MAGEN DAVID ADOM-Israel e.V. aus ihrem Buch „Frauen bewegen die Welt“

Iris Berben und Nicole Maibaum erzählen von 24 faszinierenden Frauen unserer Zeit, die die Welt verändert haben. Es sind Frauen, die an einem bestimmten Punkt ihres Lebens Stellung bezogen und gesagt haben: So nicht! Frauen, die nicht wegsehen, wenn Unrecht geschieht. Frauen, die sich stark machen für andere. Frauen im Kampf gegen Leid, Armut und Ungleichheit. Sie haben viel gewagt – manche von ihnen unter Lebensgefahr – und viel gewonnen. Für uns alle.

Hätten Nicole Lüdeking und Jana Böttner sich nicht dazwischengestellt, wäre am 18. Juli 2004 in Brandenburg ein Kenianer ermordet worden. Ohne Anna Politkowskaja hätte die Welt die Augen leichter vor dem Krieg in Tschetschenien verschließen können. Viele Opfer von Säureattentaten in Bangladesch wären heute nicht mehr am Leben, hätte Monira Rahman nicht aufbegehrt …
Iris Berben engagiert sich seit vielen Jahren gegen Antisemitismus und Gewalt und dafür, dass Menschen couragiert für ihre eigenen Rechte und die anderer eintreten. Zum ersten Mal erzählt sie jetzt von den Frauen, deren Einsatz für Gerechtigkeit sie besonders beeindruckt hat – Frauen, die zeigen, dass es oft nur ein wenig Zivilcourage braucht, um die Welt für sich und andere zum Besseren zu verändern.

Termin: 15.03.2010

Veranstaltungsort:
Jüdisches Gemeindezentrum Hubert-Burda-Saal
St.-Jakobs-Platz 18
80331 München

Beginn: 19.30 Uhr

Mehr Info: droemer-knaur.de