Kino: Neukölln Unlimited

Schriftzug Neukölln unlimitedAuf der Berlinale gefeiert, jetzt kommt  der Film “Neukölln Unlimited”  in die Kinos.

Deutschland, 2010, 96 min

Regie: Agostino Imondi, Dietmar Ratsch

Darsteller: Hassan Akkouch, Lial Akkouch, Maradona Akkouch

Neukölln. Eine Stadt in der Stadt mit 300.000 Einwohnern. Menschen aus mehr als 160 Nationen leben hier. Der Berliner Bezirk ist berühmt für seine multikulturelle Gemeinschaft — und dafür ebenso berüchtigt, spätestens seit „Knallhart“ und „Rütli“.

Drei libanesische Geschwister in Berlin kämpfen gegen die drohende Abschiebung der ganzen Familie: Die Geschwister Lial, Hassan und Maradona leben seit frühester Kindheit im Berliner Bezirk Neukölln. Als talentierte Tänzer und Musiker sind die Geschwister in der Streetdance- und HipHop-Szene auch über die Grenzen Berlins hinaus ein Begriff. Aber sie haben ein Problem: Ihre Familie lebt seit 18 Jahren ohne sicheren Aufenthaltsstatus in Deutschland und ist permanent von der Abschiebung in den Libanon bedroht.

Film Poster für Neukölln unlimitedDenn die Ausländerbehörde schreibt vor, dass die Familie nur bleiben darf, wenn sie finanziell halbwegs eigenständig ist – weshalb die Einkünfte der Kinder in die Familienkasse wandern: 500 Euro von Hassans Auftritten mit der Breakdance-Gruppe, ein paar hundert Euro aus Lials Ausbildung bei einem Sportpromoter, vielleicht etwas von ihren Urban-Konzerten. Wenn unterm Strich rund 1500 Euro herauskommen, muss keiner abgeschoben werden. Kaum zu fassen, dass sich das Schicksal von sechs Menschen so leicht berechnen lässt.

Lial und Hassan, die als einzige Familienmitglieder einen befristeten Aufenthaltstitel bekommen haben, schmieden den Plan, mit ihrer Kunst den Lebensunterhalt der Familie zu sichern, damit diese legal im Land bleiben darf.

Sie tanzen sich die Seele aus dem Leib, sie singen, streiten und verfolgen unbeirrbar ihre Ziele: Lial Akkouch ist 19 Jahre alt, singt in der Frauenband „No Ibn“ („Keine Söhne ) und macht eine Ausbildung zur Eventmanagerin bei einem Boxkampf-Veranstalter. Ihr 18jähriger Bruder Hassan lernt für das Abitur, übt als Rapper unter dem Künsternamen „HasS“ Sozialkritik und tourt mit seiner Streetdance-Gruppe durchs Land. Der 14jährige Bruder Maradona trainiert täglich Breakdance. Bei seinen Läufen quer durch Berlin trägt er ein T-Shirt mit der Aufschrift „I‘m Muslim, don‘t panik“. Er demonstriert gegen die Besetzung des Libanon, trat bereits für die TV-Show „Das Supertalent“ an und soll es später zum Breakdance-Vizemeister in Deutschland bringen – unter halsbrecherischem Ganzkörpereinsatz.

I'm a Muslim - don't Panic

I'm a Muslim – don't Panic

Doch der Druck dieser doppelten Belastung fordert seinen Tribut: Das Geschwisterverhältnis zwischen Lial und Hassan ist angespannt, und bei Maradona häufen sich die Probleme. Er wird wiederholt von der Schule suspendiert und bekommt die ersten Strafanzeigen, die nicht nur seinen Aufenthalt, sondern auch den seiner Familie gefährden könnten. Hin- und hergerissen zwischen dem ambitionierten Lebensstil seiner älteren Geschwister und dem Straßenleben seiner Kumpels steht er am Scheideweg zwischen Motivation und Resignation.

Die deutschen Medien sind überrascht:

So sympathisch die Protagonisten sind und so beeindruckend ihre verschiedenen Talente von Gesang bis Breakdance ausfallen: Ein wenig überrascht die Begeisterung, die “Neukölln Unlimited” bislang hervorgerufen hat, dann doch. Ist ein klischeefreier Blick auf Einwanderer und ihre Lebensumstände wirklich eine Sensation?

spiegel.de

“‘Neukölln Unlimited’ ist wie eine Gegenrede zu Thilo Sarrazin: Wie sollen Leute wie die Akkouchs sich in den deutschen Alltag integrieren, wenn ihnen eine Tür nach der anderen vor der Nase zugeschlagen wird? Und wieso ist die Mehrheitsgesellschaft, wieso sind die Behörden und die Politiker so blöd, ihre gewaltigen Anstrengungen nicht wahrzunehmen?”
Cristina Nord, die tageszeitung
“Eine wunderbare Dokumentation übers Erwachsenwerden, die ein wichtiges Thema anspricht: die Einwanderungspolitik Deutschlands. Wer darf eigentlich in Deutschland leben? Und wer nicht?”
Der Tagesspiegel

Der Film “dürfte für Verblüffung unter Multikulti-Skeptikern sorgen.” urteilt der Spiegel.

Seltsam, das das erst der Film tut, denn er ist eine Dokumentation.

2003 wurden die Familie Akkouch für 6 Wochen in den Libanon abgeschoben. Für Hassan war das ein fremdes Land. „Meine Heimat ist nicht der Islam, sondern der Ort, wo und wie man aufwächst.“ Nach der Abschiebung habe die Schwester unter Bulimie, die Mutter unter epileptischen Anfällen, der kleine Bruder unter ADS gelitten. Das traumatische Erlebnis wird in animierten Sequenzen nacherzählt.

Bei einer öffentlichen Diskussion äußert der Berliner Innensenator Erhart Körting, dass die Migranten-Eltern den Staat oft hintergingen während deren Kinder ganz in Ordnung seien, dennoch geprüft werde müsse, ob ihr Bleiben im Interesse des Landes sei. Darauf reagiert Hassan mit: „Herr Körting, nach meiner Meinung schüren Sie den Hass in mir.“

Hassan Akkouch ist längst kein Unbekannten mehr. Bereits vor vier Jahren berichtete Spiegel-Online über die drohende Abschiebung des „Breakdance-Stars“ und Schülersprechers und bezeichnete ihn als „Prachtbeispiel für gelungene Integration“. Damals spielte er in einer ZDF-Serie mit und hatte das Projekt „Schule ohne Rassismus“ mitinitiiert.

Mehr Infos:

Berlinale

spielgel online

GMfilms

Tip Berlin

neukoelln-unlimited.de

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Sierra Leone: Ein Vorbild

Man kann viel kritisieren in Sierra Leone, die Korruption, die Ineffizienz, aber in einem Punkt ist das Land vorbildlich: Muslime und Christen tolerieren einander. Neben dem Imam sitzt der Pfarrer. Und genauso selbstverständlich wie ein Muslim eine Christin heiratet, betet jetzt die ganze Gemeinde zu Gott.

Quelle: Genitalverstümmelung: Bildung statt Rasierklingen (taz)


… durch Trainings nicht aufzuholen

“Die Stärken der kulturellen Eigenschaften, die ein Mensch per Geburt hat, sind durch Trainings nicht aufzuholen”

Monika Rühl,

Leiterin “Change Management & Diversity” ,

Lufthansa AG

Seminar: Jenseits von antimuslimischem Rassismus & Islamismus

Freitag , 7. Mai,  19:30 Uhr,  Soziales Zentrum, Ecke Schmechtingstr. / Josephstr., 44791 Bochum

Mein Versuch, die Inhalte der Veranstaltung in verständlichem Deutsch wiederzugeben:

Die öffentliche Debatte um die Feindschaft gegenüber Muslimen in Deutschland hat an Intensität weiter zugenommen. Bei der Suche nach Besonderheiten der antimuslimischen Diskurse tauchen konkurrierende Interpretationsansätze auf.  So wird etwa von “antimuslimischem Rassismus” oder “Islamophobie” gesprochen und ältere Konzepte wie etwa das des Orientalismus werden aktualisiert.  Auf der Veranstaltung sollen zwei Tendenzen in der Analyse der Feindschaft gegenüber Muslimen skizziert werden um dann die Frage zu stellen, welche Argumente und Diskussionsansätze sich am besten eignen, um dagegegn vorzugehen.

Postkoloniale Analyse und Kritik orientalistischer Islam-Bilder

Die gegenwärtigen Vorurteile und Klischees über Muslime und den Islam sind nicht geschichtslos. Sie lassen sich zurückverfolgen auf koloniale Diskurse, in denen Orient-Bilder als Negativfolie konstruiert wurden, von denen sich der Westen positiv absetzen konnte. Der Orientalismus arbeitet mit Zuschreibungen wie etwa “westlich” gleich “aufgeklärt” versus “orientalisch” gleich “rückständig”. Dabei wurde der Islam ebenfalls als Teil einer rückständigen Kultur definiert. In den letzten Jahren fand eine Ausdifferenzierung und Akademisierung postkolonialer Ansätze statt. Dies führt zur einer genaueren Analyse, allerdings nicht zu einer Stärkung der politischen Kritik und Praxis. Insofern kommt es hier darauf an, eine politische Praxis zu entwickeln, die sich auf die postkolonialen Ansätze bezieht.

Islamophobie aus der Perspektive der Mehrheitsgesellschaft

Während die oben erwähnten postkolonialen Ansätze kaum beachtet wurden, kam es in Deutschland zu einer breiteren Debatte um die Feindschaft gegenüber Muslimen, als deutsche WissenschaftlerInnen sich dem Thema annahmen. Es ist zu begrüßen, dass es so zu einer breiteren Auseinandersetzung kam und die Feindschaft gegenüber Muslimen sich immer weniger hinter “Islamkritik” verstecken kann. Allerdings kam es dabei auch zu einigen Verschiebungen und problematischen Entwicklungen, die zu diskutieren sind.

Emanzipatorische Kritik an antimuslimischem Rassismus und Islamismus?

Aus einer emanzipatorischen Perspektive (die die Überwindung von Herrschaft und Ausbeutung einfordert) ist die Analyse und Kritik des antimuslimischen Rassismus eine Notwendigkeit. Allerdings macht die Erkenntnis, dass “Islamkritik” oft zur Legitimation von Rassismus eingesetzt wird, die Analyse und Kritik des Islamismus als reaktionärer politischer Bewegung nicht überflüssig.

Den meisten Vertretern des Islamismus in Deutschland geht es nicht um die Einführung der Scharia, sondern vielmehr um die Durchsetzung einer konservativen Islamvorstellung unter den in Deutschland lebenden Muslimen. Diese richten sich- ähnlich wie bei den konservativen Christen z.B. gegen Atheisten, Frauen und Homosexuelle.

Die Schwierigkeit, eine emanzipatorische Kritik zu formulieren, ohne von  den herrschenden rassistischen Diskussionen vereinnahmt zu werden, ist offensichtlich. Vielfach wird berechtigte Kritik an konkreten islamistischen Inhalten und Praxen verwendet, um Feindbilder zu konstruieren und den Rassismus in Deutschland zu legitimieren. Dies gilt auch für die emanzipatorische Kritik am Islamismus.

Was tun?

Angesichts dessen, dass die Feindschaft gegenüber Muslimen eher zu- als abnehmen wird und dass sie als eine Ideologie zur Legitimation von Rassismus und sozialer Ausgrenzung zunehmend relevanter wird, ist die Entwicklung einer emanzipatorischen Perspektive so notwendig wie schwierig.

Dies wurde bei den Auseinandersetzungen um rechte Aufmärsche in Duisburg deutlich, wo Pro NRW und NPD Ende März gegen “Islamisierung” aufmarschierten. So hat zwar das Bündnis linksradikaler und anarchistischer Gruppen “Rechtes Märchenland zerlegen” versucht, erste Ansätze einer emanzipatorischen Positionierung jenseits von antimuslimischem Rassismus und Islamismus zu etablieren. Allerdings wurden diese Ansätze von den linken und bürgerlichen Bündnissen gegen Pro NRW und NPD nicht beachtet.

Klingt wie eine spannende Veranstaltung, auch wenn das Vokabular  der Inhaltsbeschreibung im Original noch mal eine Stufe abgehobener ist.

Guter Artikel zum Burka-Verbot – Wer profitiert eigentlich?

Das belgische Parlament beschloss letzte Woche als erste Volksvertretung in Europa ”das Tragen jedes Kleidungsstücks, welches das Gesicht ganz oder hauptsächlich verhüllt” zu verbieten. Kaum verhüllt wurde hiergegen das Tragen der Burka vorgegangen.

Diese Beschluss ist eindeutig hervorragend in jene allgemeine Stimmung, die von der Boulevard-Presse über die Stammtische bis in die Parteivorstände der sog. “Volksparteien” schwappt und Muslime zu Sündenböcken stempelt und den Religionskrieg ausruft.

Das Blog “Mädchenmannschaft” liefert – - völlig politically incorret – eine gute und fundierte Analyse gegen solchen Quatsch.

Insbesondere zeigen die Mädchen, das das den betroffenen Frauen nicht bringt, außer zusätzliche Nachteile:

“Es ist wohl stark anzuzweifeln, dass ein Verbot automatisch zum Ablegen der Burka oder des Niqab führt, sonderen eher zur Folge hat, dass jene Frauen, die gezwungen sind, sich voll zu verschleieren, ihr Haus einfach nicht mehr verlassen (dürfen).”

Und: Wenn eine Frau eine Burka freiwillig trägt, wird ihr Recht auf Religionsausübung oder freie Kleiderwahl eingeschränkt.

Ebenso lesenswert wie der Beitrag der Mädchenmannschaft ist der Kommentar von Felix Neumann, der  treffend zusammenfaßt:

Vordergründig geht es um die Burka, hintergründig um »den« Islam. Vordergründig geht es um die Würde der Frau, hintergründig um eine abendländische Leitkultur. Vordergründig um liberale Werte – hintergründig um konservative Ausschlußmechanismen. Um die burkatragenden Frauen geht es zuletzt.

Aber solche Meinungen sind ja politically incorret. Nun, wir schließen uns dem trotzdem an.

Besonders gespannt sind wir übrigens, wie die Belgische Polizei zum Fasching / Karneval ”das Tragen jedes Kleidungsstücks, welches das Gesicht ganz oder hauptsächlich verhüllt” verhindern will. Oder gelten dann Ausnahmen? Und wenn ja: Auch für die Burka? Dann hätten die armen Frauen wenigstens ein ein paar Tagen im Jahr Ausgang.

Fußball vereint Kinder aus Israel und Palestina

“Jeder spricht Fußball”: Im Fußball-Dorf trainieren jüdische und palästinensische Kinder gemeinsam.

A soccer camp for peace

(Video)

Wenn sich die Menschheit

Wenn sich die Menschheit weniger darauf konzentrieren würde, was uns von einander unterscheidet, als was wir voneinader lernen können, würden wir aufhören, uns gegenseitig umzubringen.

Dr. Donald “Ducky” Mallard

Burka

Die Burka (eigentlich Burqu, aus arabisch ‏برقع‎; in Pakistan auch als Barqa) ist ein Kleidungsstück, das der vollständigen Verschleierung des Körpers dient. Die Burka wird von vielen muslimischen Frauen in Afghanistan und einem gewissen Prozentsatz der Frauen in Pakistan, Indien und anderen muslimischen Ländern getragen.

Ernstzunehmende muslimische Gelehrte halten die Burka nicht für eine theologische Notwendigkeit.

In Afghanistan tragen viele Frauen die Burka aus Angst vor männlicher Gewalt und Angst um ihren Ruf. Auch ist die Burka zurzeit ein willkommenes Mittel, die eigene Mittellosigkeit zu verschleiern. Die Burka wird gelegentlich auch aus  traditionellem Stammesdenken getragen.

Die von den Taliban und anderen extremen religiösen männlichen Fanatikern vertretene Ansicht, die Burka sei immer zu tragen, wenn eine Frau das Haus verläßt, wird von der überwiegenden Mehrheit (99%) der muslimischen Menschen und Geistlichen nicht geteilt.

Auch haben ca. 1,09% christlicher Ehemänner in anonymen Umfragen erklärt, sie würde für ihre eigene Frau auch eine komplett Verhüllung in der Öffentlichkeit wünschen.

Unsere Position zur Bukra:

- Was eine Frau in der Öffentlichkeit trägt, ist ihre Privatangelegenheit, der Staat hat sich dort nicht einzumischen.

- Ein Bukra-Verbot würde zudem der Gleichbehandlung der Religionen widersprechen. Was für die Burka gilt, muss auch für alle anderen religiösen und weltanschaulichen Kleidungsstücke gelten. Das deutsche Verfassungsgericht hat sich hier auch sehr eindeutig geäußert.

- In bestimmten Situationen,  in denen die Identität einer Person wichtig ist (Behörden, Gerichte, Unterricht, …) kann eine Burka als Kleidung nicht akzeptiert werden (wie auch alle andere Kleidungsstücke, die das Gesicht bedecken).

- Eine Frau oder einen Mann zum Tragen religiöser oder weltanschaulicher Kleidungsstücke zu zwingen, gehört unter Strafe gestellt. Eltern kann der Sorgerecht entzogen werden.

Niedersachsen: Muslimische Ministerin türkischer Herkunft

Die Juristin Aygül Özkan, bislang Bürgerschaftsabgeordnete in Hamburg, wurde am Dienstag in Hannover als neue Sozialministerin des Landes Niedersachsen vereidigt, als erste türkischstämmige Ministerin in Deutschland überhaupt.

Ein Coup der CDU von Ministerpräsident Christian Wulff , besonders gegenüber der SPD, die zwar von Einwandern gewählt wird, aber so wenige der ihren in Spitzenpositionen vorweisen kann wie keine andere Partei.

Aygül Özkans Eltern, Aydin und Nuran Özer, stammten aus Ankara in der Türkei und waren in den 1960er Jahren nach Hamburg zugewandert. Aydin Özer arbeitete zunächst fünf Jahre bei der Deutschen Bundespost, bevor er sich mit einer Schneiderei selbstständig machte.

Aygül Özkan besuchte das Gymnasium Allee Altona und erlangte dort 1990 ihr Abitur. Mit 18 Jahren, noch während ihrer Schulzeit, hatte sie sich für die deutsche Staatsangehörigkeit entschieden – eine Entscheidung, die sie sich auch von viel mehr Zuwanderern wünscht: “Ich denke, dass wir viel stärker plädieren und kämpfen müssen, dass die Menschen, die hier leben und sich dafür entschieden haben, hier zu leben und Teilhabe wollen, primär die deutsche Staatsangehörigkeit erlangen sollten.”

Sie nahm ein Studium der Rechtswissenschaft mit dem Schwerpunkt Europa- und Wirtschaftsrecht an der Universität Hamburg auf.

Özkan ist Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft selbstständiger Migranten (ATU) und unter anderem auch Mitglied der Wirtschaftsdeputation und des Integrationsbeirates der Hansestadt, sowie der Deutsch-Türkischen Juristenvereinigung.

Aygül Özkan ist mit einem türkischstämmigen Frauenarzt verheiratet und Mutter eines Sohnes.

Die Personalentscheidung fand ein großes und positives Echo in türkischen Medien. So erklärte der türkische Außenpolitiker Yaşar Yakış, dass die Entscheidung ein gutes Beispiel für die in Deutschland lebenden Türken sei, es bis in höchste Positionen schaffen zu können.

Als neue Ministerin will Özkan vor allem die frühkindliche Bildung von Migrantenkindern stärken und bei deren Eltern dafür werben, dass sie ihre Kinder frühzeitig in die Kindertagesstätte (Kita) schicken.

Özkan forderte in einem Interview mehr Richter mit Migrationshintergrund, „damit die Betroffen auch sehen, hier entscheidet nicht eine fremde Autorität, sondern wir gehören da auch zu.“

In Anlehnung an das Kruzifix-Urteil 1995 des Bundesverfassungsgerichtes, forderte sie, dass Unterrichtsräume an staatlichen Pflichtschulen frei von religiösen Symbolen zu sein hätten:“Die Schule sollte ein neutraler Ort sein”. Ein Kind müsse selbst entscheiden können, wie es sich religiös orientiere. Darum hätten auch Kopftücher „in Klassenzimmern nichts zu suchen“.

Für diese Aussage wurde sie von Angehörigen der eigenen Partei und der CSU heftig kritisiert.

Quelle: taz und wikipedia